Mit Berufs- und Lebenserfahrung beruflich neu durchstarten

Flexiblere Zugangsvoraussetzungen erleichtern Quereinsteigern den Zugang zum Erzieherberuf mit Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung

Im Zuge der hohen Nachfrage nach Erzieherinnen und Erziehern in Deutschland wurden nun endlich Berufs- und Lebenserfahrung gew체rdigt und die Zugangsvoraussetzungen flexibler gestaltet. Jetzt haben diese Interessenten die M철glichkeit, ihre besonderen F채higkeiten in die Ausbildung einzubringen und schneller zu beginnen. F체r Bewerber/innen mit mittlerer Reife und zweij채hriger Berufsausbildung gelten inzwischen vergleichbare Voraussetzungen wie f체r Abiturienten und Fachabiturienten: sie m체ssen ein 6-w철chiges Vorpraktikum in einer p채dagogischen Einrichtung absolvieren und k철nnen dann direkt in die Ausbildung einsteigen.

Immer mehr Menschen entscheiden sich nach dem Erlernen eines ersten Berufs zu einer weiteren Qualifikation oder auch f체r einen g채nzlichen Wechsel des Arbeitsbereiches. In manchen F채llen kann auch der gelernte Beruf aus gesundheitlichen Gr체nden nicht mehr ausge체bt werden, so dass eine Alternative gefragt ist. Das Interesse, Erzieher/in zu werden, entsteht manchmal auch aus einer jahrelangen ehrenamtlichen T채tigkeit, einem Bundesfreiwilligendienst oder einer Ausbildert채tigkeit heraus. Die Entscheidung, die Ausbildung zum/r Erzieher/in zu absolvieren, ist dann schon fast ein logischer Schritt. Ein Bundesfreiwilligendienst in einer p채dagogischen Einrichtung kann als Vorpraktikum gelten.

Der Klassenraum im ersten Ausbildungsjahr der F+U Fachschule f체r Sozialwesen, Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung ist bis auf den letzten Platz besetzt. Die Gruppe ist bunt gemischt. 9 M채nner und 16 Frauen im Alter von 17 bis 50 Jahren erlernen an der Fachschule den Beruf des Erziehers bzw. der Erzieherin. Alle in der Klasse eint das Ziel, sp채ter mit 채lteren Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen sozialp채dagogisch arbeiten zu wollen. In ihren Vorerfahrungen, Zielen und Berufsvorstellungen unterscheiden sie sich alle deutlich voneinander: manche haben gerade Abitur gemacht, andere haben ein Vorpraktikum absolviert und die 횆lteren zum Teil schon Erfahrungen in einem ganz anderen Beruf gesammelt. Diese Vielfalt wird als Bereicherung erlebt und macht den Unterricht gerade spannend und abwechslungsreich.

Damit dies auch in den nachfolgenden Ausbildungsjahren so bleibt, wird die 횆nderung der Zugangsvoraussetzung zu dieser Ausbildung von der Schulleiterin, Petra Michaelis, sehr begr체횩t. 얯nsere j체ngeren Auszubildenden sind meist der Lebenswelt der Klienten n채her, was ein gro횩er Vorteil ist. Die 채lteren Auszubildenden bringen jedoch eine Menge Lebenserfahrung und Reflexionsf채higkeit mit, stellt sie fest. 얙esonders in unserem Arbeitsfeld, in dem mit Kindern und Jugendlichen mit teilweise schwierigen Biografien gearbeitet wird, ist Lebenserfahrung ein gro횩es Plus. Wer sich nach reiflicher 횥berlegung f체r diesen Beruf entschieden hat, ist meist besonders motiviert und sollte eine Chance bekommen.

Der n채chste Ausbildungsgang der F+U Fachschule f체r Sozialwesen beginnt wie jedes Jahr im Oktober. Es handelt sich dabei um eine Vollzeitausbildung. Diese ist so strukturiert, dass innerhalb der ersten beiden Jahre der theoretische Unterricht stattfindet und die Auszubildenden dann im dritten Ausbildungsjahr das Berufspraktikum durchlaufen. F체r die ersten beiden Jahre k철nnen F철rdergelder wie Baf철G oder der Bildungsgutschein der Arbeitsagentur beantragt werden. W채hrend dieses Berufspraktikums erhalten sie bereits eine Ausbildungsverg체tung.

Nach der Ausbildung erwartet die Absolventinnen und Absolventen ein vielseitiges Arbeitsfeld mit sehr guten beruflichen Chancen. M철gliche Stellen finden sich in klassischen Einrichtungen f체r Kinder und Jugendliche wie Kinder- und Jugendheimen, Kinder- und Jugendpsychiatrien, Kinderg채rten oder Waldkinderg채rten oder in der Kernzeit- und Hortbetreuung. Erzieher/innen sind in Jugendzentren anzutreffen oder auch zum Teil in der Betreuung von Jugendlichen, deren Lebensmittelpunkt sich teilweise oder ausschlie횩lich auf der Stra횩e befindet. In all diesen Arbeitsfeldern braucht es viel Einf체hlungsverm철gen, Geduld und Kreativit채t. Zuvor erworbene Erfahrungen und Kenntnisse z.B. im handwerklichen, k체nstlerischen oder auch kaufm채nnischen Bereich werden dankbar angenommen, sowohl von den Einrichtungen als auch von den Klienten.

Die aktuelle Debatte um den Mangel an ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern verdeutlicht, wie hoch der Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal ist. Die Auszubildenden an der F+U Fachschule f체r Sozialwesen setzen zudem noch einen inhaltlichen Schwerpunkt, da sie w채hrend der Ausbildung eine Zusatzqualifikation erwerben. Dabei k철nnen sie zwischen Erlebnisp채dagogik, Tiergest체tzter P채dagogik und Erlebnisorientierter Naturp채dagogik w채hlen. Das Lernen und Arbeiten in diesen Schwerpunkten macht Spa횩 und erh철ht die Berufschancen zus채tzlich.

Im Sommer 2015 werden ca. 60 Auszubildende der Fachschule ihre Anerkennung erhalten. Zurzeit befinden sie sich im Berufspraktikum. Einer von ihnen ist 체ber 45 Jahre alt und absolviert sein Berufspraktikum in einem Kinder- und Jugendheim. Er hat bereits zwei Berufsausbildungen abgeschlossen, bevor er sich entschied, Erzieher mit dem Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung zu werden. Von seinen Vorerfahrungen, so berichtet er, k철nne er in seiner p채dagogischen Arbeit durchweg profitieren.


Interessenten am Berufsbild k철nnen sich entweder telefonisch oder 체ber die Internetseite www.fuu.de rund um die Ausbildung, den Beruf und die Rahmenbedingungen informieren. Oder sie k철nnen ganz einfach eine der Informationsveranstaltungen der Fachschule besuchen, welche in regelm채횩igen Abst채nden stattfinden. Hier informieren Dozentinnen und Dozenten der Fachschule sowie Auszubildende gemeinsam 체ber die Ausbildung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

F+U Rhein-Main-Neckar gGmbH
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